CFP: 9. Forum Tiere und Geschichte: Globalizing Animal History - Leipzig 09/2026
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Das 9. Forum „Tiere und Geschichte“ bietet Raum für kollegialen Austausch, methodische Reflexion und die Diskussion laufender Projekte im Feld der Tiergeschichte. Einen Schwerpunkt bildet dieses Jahr die fortschreitende Globalisierung der Tiergeschichte, nicht zuletzt mit Blick auf das östliche Europa und Asien. Neben Fragen nach der theoretischen Weiterentwicklung, der gesellschaftlichen Relevanz und der institutionellen Verankerung von Tiergeschichte werden wir uns über Perspektiven auf Forschungsfelder, Vermittlungsstrategien und Kooperationsformen austauschen.
9. Forum Tiere und Geschichte: Globalizing Animal History
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Timm Schönfelder, GWZO Leipzig; Mieke Roscher / Christian Jaser, Universität Kassel; Nadir Weber, Universität Bern (Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa (GWZO)), 04109 Leipzig (Deutschland)
03.09.2026 - 04.09.2026
Bewerbungsschluss: 15.06.2026
Im deutschsprachigen Raum hat sich die Tiergeschichte als dynamisches und interdisziplinäres Forschungsfeld etabliert, das neue Perspektiven eröffnet und zugleich zentrale Grundbegriffe der Geschichtswissenschaft wie Agency, Subjektivität, Materialität oder Historizität kritisch hinterfragt. Mit Blick auf Tiere als Akteure, Symbole, Ressourcen, Gefährten oder Objekte politischer Ordnung hat sich eine breite Palette von Fragestellungen herausgebildet, die weit über klassische disziplinäre Grenzziehungen hinausweist.
Die fortschreitende Institutionalisierung der Global Studies und die Impulse einer Entangled History werfen dabei deutliche Schlaglichter auf das Desideratum tierhistorischer Studien zu Ländern des ‚globalen Südens‘ oder auch eines ‚globalen Ostens‘. In der vielerorts noch zögerlichen Historisierung von Mensch-Tier-Interaktionen lässt sich zudem eine Dominanz eurozentrischer und teils imperialer Narrative nicht von der Hand weisen. So ist im Angesicht der russischen Totalinvasion der Ukraine in der Osteuropäischen Geschichte etwa die Notwendigkeit einer oft als „Dekolonisierung“ begriffenen Hinterfragung epistemischer Bestände klar erkannt worden. Unter dem Titel „Globalizing Animal History“ widmet sich das 9. Forum „Tiere und Geschichte“ deshalb nicht nur den wiederkehrenden Dimensionen von imperialer Gewalt, sondern es versucht explizit alternative regionale Sichtweisen, die über etablierte Deutungsmuster hinwegzeigen, zu erkunden und stärker in den deutschsprachigen Diskurs einzubringen.
Neben einem Podiumsgespräch, das die jüngere Entwicklung und das Selbstverständnis des Feldes in globalen Kontexten reflektiert, stehen thematische Impulse zur Verortung vorgeblich subalterner menschlicher wie nicht-menschlicher Akteure in der Tiergeschichte auf dem Programm. Der teils prekären Rolle der außereuropäischen Area Studies in Forschung und Vermittlung soll dabei besondere Aufmerksamkeit zuteilwerden. Darüber hinaus bietet das Forum ausreichend Gelegenheit für kollegialen Austausch, methodische Reflexion und die Diskussion laufender Projekte. Wie auf den bisherigen Treffen bleibt es ein zentrales Anliegen, gemeinsame Perspektiven auf Forschungsfelder, Kooperationsformen und Vermittlungsstrategien zu entwickeln. Thematische Impulse und offene Werkstattgespräche dienen als Ausgangspunkte zur Selbstvergewisserung und gemeinsamen Standortbestimmung.
Eingeladen sind Forschende aller Karrierestufen, die zu tierhistorischen Themen arbeiten oder methodisches Interesse an Fragen des Mensch-Tier-Verhältnisses in historischen Kontexten haben – sei es aus geschichtswissenschaftlicher, kultur- und literaturwissenschaftlicher, ethnologischer, museologischer oder wie auch immer gearteter Perspektive.
Interessierte werden gebeten, bis zum 15. Juni 2026 eine formlose Interessenbekundung an Timm Schönfelder (timm.schoenfelder@leibniz-gwzo.de) zu senden. Bitte fügen Sie eine kurze Bionote bei samt Hinweis, an welchen Projekten oder Fragestellungen Sie derzeit arbeiten. Über Impulse zum diesjährigen Rahmenthema freuen wir uns zudem sehr.
Kosten für Reise, Unterbringung und Verpflegung können leider nicht übernommen werden. Wir bitten die Teilnehmenden darum, nach Bestätigung der Teilnahme durch die Organisator:innen eigenständig Hotelbuchungen vorzunehmen.
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