Monday, 31 May 2021

Gatscher-Riedl, Gregor: Von Habsburg zu Herzl: Jüdische studentische Kultur in Mitteleuropa 1848–1948. Berndorf: Krag Verlag 2021. ISBN: 978-3-99024-954-3

 


Über dieses Buch

Der farbentragende Student mit Band und Mütze galt im deutschsprachigen Raum bis in die erste Hälfte des vorigen Jahrhunderts als idealtypische Verkörperung des akademischen Lebens, wobei die Anzahl jener Studierender, die sich keiner Korporation anschlossen, zu allen Zeiten jene der in Verbindungen organisierten Hörer überwog. Vor diesem Hintergrund ist es beinahe zwangsläufig, dass das national-jüdische Selbstbewusstsein sich in studentischen Verbindungen organisierte und den Hochschulboden beanspruchte. Dieses Buch will eine Dynamik aufzeigen: War beim Engagement jüdischer Studierender zunächst das „Unsichtbarwerden“ im habsburgischen Vielvölkerstaats das Ziel, so formte sich innerhalb der nationalen Bewegungen der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Selbstwahrnehmung als ethnische Gruppe heraus, die sich den von Theodor Herzl vorgedachten Weg zur staatlichen Selbständigkeit zu eigen machte. Einen wesentlichen Beitrag zum zionistischen Aufbruch leisteten dazu rund 300 studentische Organisationen auf Mittel- und Hochschulebene, die in Österreich und Ungarn existierten. Sie bildeten ein vernetztes Milieu und eine Bildungslandschaft, deren verschüttete Spuren und Beitrag zur Entstehung des Staates Israel nun nachgezeichnet werden.

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